Erst festschreiben, was gilt. Dann bauen.
Das erwartete Verhalten wird vor der Implementierung in ausführbaren Szenarien beschrieben. Diese Szenarien sind gleichzeitig Anforderung, Test und Abnahmekriterium — es gibt keine zweite Wahrheit daneben, die auseinanderlaufen könnte.
Vier Schritte, in dieser Reihenfolge.
Die Reihenfolge ist nicht Geschmack, sondern der Grund, warum sich der Umfang am Ende überhaupt verbindlich zusagen lässt.
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01
Analyse
Wir lesen die bestehenden Systeme, sprechen mit den Menschen, die sie bedienen, und schreiben auf, was wirklich passiert — nicht, was im Handbuch steht. Ergebnis ist eine Spezifikation in ausführbaren Szenarien. Sie gehört Ihnen, auch dann, wenn Sie danach jemand anderen beauftragen.
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02
Verbindliches Angebot
Auf Basis der Spezifikation entsteht ein Angebot, das steht. Was nicht in den Szenarien steht, ist nicht beauftragt — und was darin steht, wird geliefert. Diese Klarheit funktioniert in beide Richtungen; sie ist der eigentliche Wert der ersten Phase.
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03
Umsetzung gegen rote Tests
Jedes Szenario ist zuerst rot. Es wird grün, weil die Funktion entsteht — nie, weil der Test angepasst wurde. Der Fortschritt ist damit nicht geschätzt, sondern gezählt: so viele Szenarien grün von so vielen.
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04
Abnahme gegen dieselben Szenarien
Abgenommen wird gegen den Text, der am Anfang freigegeben wurde. Keine Diskussion darüber, was gemeint war — die Szenarien sind in Fachsprache geschrieben und für jeden lesbar, der die Domäne kennt.
Warum das nicht dasselbe ist wie „wir testen ordentlich".
Eine grüne Testsuite beweist zunächst nur, dass die Tests grün sind. Die folgenden fünf Regeln machen daraus einen Nachweis.
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Falsifikation statt Selbstbestätigung
Die Testsuite wird selbst geprüft, indem der Produktivcode absichtlich beschädigt wird. Was dabei nicht rot wird, war nie abgesichert. Diese Prüfung wird protokolliert, nicht behauptet.
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Fehlerpfade werden gezählt, bevor sie beschrieben werden
Erst wird die Verarbeitungskette in Schichten zerlegt und je Schicht aufgezählt, was schiefgehen kann. Dann erst entstehen die Szenarien. So ist die Abdeckung nachweisbar vollständig statt anekdotisch.
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Grenzen werden aufgeschrieben, nicht verschwiegen
Was bewusst nicht abgedeckt ist, bekommt ein eigenes Dokument mit Begründung. Ein Projekt ohne benannte Grenzen ist kein Projekt ohne Grenzen, sondern eines ohne Überblick.
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Entscheidungen bleiben nachlesbar
Jede tragende Architekturentscheidung wird mit Alternativen und Begründung festgehalten. In drei Jahren fragt jemand, warum das so ist — und bekommt eine Antwort statt einer Vermutung.
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Die Spezifikation wird von einer zweiten Rolle geprüft
Wer die Szenarien schreibt, prüft sie nicht ab. Die Prüfung auf Widersprüche, Lücken und stillschweigende Annahmen ist eine getrennte Aufgabe mit getrenntem Ergebnisdokument.
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Daten stehen im Szenario, nicht im Code
Ein Szenario, dessen Beispieldaten in einer Hilfsdatei versteckt sind, ist für den Fachbereich wertlos. Alles, was für das Verständnis nötig ist, steht im lesbaren Text.
Diese Regeln sind kein Marketingversprechen. Sie sind veröffentlicht.
Die Richtlinie, nach der hier gearbeitet wird, ist als eigenes Dokument geschrieben und öffentlich einsehbar. Sie können sie lesen, bevor Sie mit uns sprechen — und Sie können uns daran messen, nachdem Sie beauftragt haben.
Wie das in einem fertigen System aussieht, lässt sich ebenfalls nachlesen: mit Spezifikation, Fehlerpfadanalyse, Architekturentscheidungen und Grenzen, alles im selben Verzeichnisbaum wie der Code.
Drei Dinge, die dadurch verschwinden.
| Der Streit über den Umfang | Er wird in die Analyse vorgezogen, wo er billig ist, statt in die Abnahme, wo er teuer ist. |
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| Der Fortschrittsbericht als Meinung | Statt „zu 80 % fertig" gibt es eine Zahl, die man nachzählen kann. |
| Das Wissen, das mit einer Person geht | Die Szenarien und die Entscheidungsdokumente bleiben bei Ihnen und sind ohne uns lesbar. |
Ein Anruf reicht, um zu klären, ob es passt.
Kein Formular mit zwölf Pflichtfeldern, keine Rückrufkette über einen Vertrieb. Sie schildern den Fall, wir sagen Ihnen, ob wir der Richtige dafür sind — auch dann, wenn die Antwort nein lautet.